Köln – Also wenn das nicht die Herzen der Museen Fans höher schlagen lässt, denn am 22. Oktober eröffnet in Kölns Innenstadt ein großer neuer Kulturkomplex, der drei Museen miteinander verbindet. Es sind das Rautenstrauch-Joest-Museum für Kulturen der Welt, das Museum Schnütgen für Kunst des Mittelalters und das interaktiv ausgerichtete JuniorMuseum für Kinder und Jugendliche.
Planung und Bau des Komplexes nahmen 15 Jahre in Anspruch und kosteten 61,3 Millionen Euro. Die Eröffnung verzögerte sich immer wieder durch Bauprobleme. “Nun versammelt Köln drei wichtige Museen an einem einzigen Standort”, sagte Kulturdezernent Georg Quander am Freitag. “Die hochkarätigen Sammlungen erhalten hier einen würdigen und gleichzeitig modernen Ort.”
Das neue Rautenstrauch-Joest-Museum ist ein monumentaler Ziegelbau.
Von außen wird er bestimmt durch seine fast festungsartige Klinkerfassade. Die Architekten Heiner Sendelbach und Uli Schneider aus Braunschweig wählten eine Ziegelart, die durch den Brennprozess jeweils eine andere Oberflächenbeschaffenheit und Färbung erhält, von gelblich bis bläulich. Kein Stein ist wie der andere. Dadurch wirkt die riesige Fassade dennoch lebendig.
Der kompakte Baukörper wird von einem Lichthof mit großzügigem Foyer durchschnitten. Dort steht bereits das – noch verpackte – Prachtstück des Museums, ein Reisspeicher von der indonesischen Insel Sulawesi. Vom Foyer aus hat man einen schönen Blick auf den baumbestandenen Hof der romanischen Kirche St. Cäcilien, die das Herzstück des nun stark erweiterten Museums Schnütgen bildet. Köln verfügt über die bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Kunst in Deutschland. Das Museum Schnütgen konnte bisher aufgrund fehlender Ausstellungsfläche nur zehn Prozent seiner Bestände zeigen.
Das Rautenstrauch-Joest-Museum ist aus dem Nachlass des 1897 gestorbenen Weltreisenden Wilhelm Joest hervorgegangen. Dieser Kölner Sprach- und Naturwissenschaftler aus begütertem Hause gab ein Vermögen für Expeditionen nach Ägypten, Marokko, Ceylon, Indien, Thailand, Malaysia und in die Südsee aus. Dort starb er im Alter von 45 Jahren an tropischem Fieber.
Seine Sammlung ging an seine Schwester Adele Rautenstrauch, die sie der Stadt vermachte. Anfangs war das Museum vom kolonialistischen Zeitgeist geprägt. Künftig nennt es sich nicht mehr Völkerkundemuseum, sondern verwendet den Untertitel “Kulturen der Welt”. Damit soll die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Kulturen hervorgehoben werden.
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