8. Oktober 2014

Lufthansa plant Billig-Fluglinie mit externen Piloten

Lufthansa plant den Aufbau einer weiteren Billig-Fluglinie neben Germanwings. Dafür sollen externe Piloten zum Einsatz kommen, das heißt, dass es sich zwar um Lufthansa-Flugzeuge handelt, der Pilot aber nicht von Lufthansa kommt. Von Deutschland aus sollen in ganz Europa Ziele angeflogen werden. Lufthansa bekommt die Konkurrenz von Billigfliegern deutlich zu spüren und möchte wohl mit diesem Plan mit den Preisen der Billig-Airlines mithalten.

Airbus A320 von Lufthansa

Ein Airbus A320 von Lufthansa (Bild: Wo st 01/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0 DE)

Schweizer Piloten sollen Lufthansa-Maschinen fliegen

Als Grund für diesen Schritt gelten allgemeine Sparmaßnahmen für Lufthansa, die Rede ist aber auch von alternativen Bereederungsmöglichkeiten. Der erste Versuch ist geplant für November 2015. Dies soll so ablaufen, dass Maschinen an „PrivateAir“, eine Schweizer Fluggesellschaft, verliehen und dann samt Pilot wieder gemietet werden. Was dies für die Fluggäste bedeutet, bleibt abzuwarten.

Eine Voraussetzung sollte auf jeden Fall sein, dass die Schweizer Piloten tatsächlich nur auf der neuen Billig-Linie eingesetzt werden. Dann kann der Fluggast frei entscheiden, ob er sich für diese Fluglinie entscheidet oder nicht. Man soll auch den Schweizer Piloten nicht grundsätzlich unterstellen, dass sie schlechter fliegen als Lufthansapiloten. Kritisch würde es natürlich werden, wenn externe Piloten auch bei „echten“ Flügen mit Lufthansa eingesetzt werden würden.

Das sagen die Lufthansapiloten

Die Lufthansapiloten stehen momentan im Arbeitskampf für bessere Bedingungen bezüglich der Übergangsrenten für 5400 betroffene Piloten. Es gab bereits in der Vergangenheit Streiks, mit weiteren ist zu rechnen. Es ist verständlich, dass die Piloten von den neuen Plänen bezüglich der Billig-Fluglinie nicht begeistert sind. Der Sprecher der Pilotengewerkschaft, Jörg Handwerg, kritisiert, dass sich Kunden dann nicht mehr darauf verlassen könnten, ob im Lufthansa-Cockpit auch ein Lufthansapilot sitzt. Handwerg findet dies bedauerlich.